Mit einem festlichen Erntedankgottesdienst wurde am Sonntagvormittag in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Zell für die Gaben der vergangenen Ernte gedankt. Den Gottesdienst zelebrierte Pfarrer Tinu Nedumbakaran in der großen Kirche, die voll besetzt war. Bereits vor Beginn der Messe hatten sich die Gläubigen und Vertreter der Vereine am Pfarrhof versammelt.
Gemeinsam zog man mit der Erntekrone voran zur Pfarrkirche. Die Erntekrone, bestehend aus den verschiedenen Getreideähren, wurde von Mitgliedern der Landjugend zum Gotteshaus getragen. In dieser vereinigen sich das bäuerliche und das kirchliche Gedankengut – die Hoffnungen auf eine gute Ernte, der Glaube, die Arbeit und der Dank für die gute Ernte. Mit dabei waren auch die Kindergartenkinder vom „Haus für Kinder“, die mit ihren liebevoll gestalteten Apfelstecken für einen herbstlich, schönen Blickfang in der Prozession sorgten. Mit dem Lied „Herein, Herein, wir laden alle ein“, stimmten die Mädchen und Jungen mit ihren Erzieherinnen, die Kirchenbesucher musikalisch ein.
Pater Tinu freute sich über die gut gefüllte Kirche und sagte: „Wir schauen heute auf das, was in diesem Jahr gewachsen ist und dafür wollen wir Gott danken.“ Erntedank erinnere jedoch nicht nur an die Gaben der Natur, sondern auch an das Miteinander - „ohne das vieles nicht wachsen könnte“. In seiner Predigt nahm der Geistliche Bezug auf die gehörten Lesungen und das Evangelium und sprach davon, dass Erntedank unseren Blick wieder schärfen solle und griff dabei auch die gestalteten Apfelstecken der Kinder auf.

Anschließend trug Kindergartenleiterin Sigrid Rothhammer die Geschichte „Der Apfelbaum“ vor. Dabei wurde der Weg von der Blüte bis zum fertigen Apfel beschrieben. Erde, Sonne, Wind und Regen seien dafür notwendig – „Der liebe Gott schickt dies alles!“ Auch die „Maxikinder“ beteiligten sich dazu und erzählten Wissenswertes rund um den Apfel und brachten so ihren Dank für die reiche Ernte vor dem Altar zum Ausdruck.
Pfarrer Tinu bedankte sich beim „Haus für Kinder“ für die schöne Mitgestaltung. Nicht zu vergessen: Der Obst- und Gartenbauverein Zell, der auch in diesem Jahr den Erntealtar in der Pfarrkirche liebevoll und wieder eindrucksvoll hergerichtet hatte. Zum Abschluss richtete Pfarrer Tinu den Blick noch auf einen ganz persönlichen Dank. „Wir können vieles, aber nicht alles – auch wenn wir im Überfluss leben und meinen, Gott nicht mehr zu brauchen, so dürfen wir nicht vergessen, dass unser Leben von Gott kommt“, so der Geistliche.
Neben all den Erntegaben gebe es somit einen wichtigen Grund zur Dankbarkeit: das eigene Leben. „Es ist ein Geschenk“, gab er den Gottesdienstbesuchern mit auf den Weg und stellte ihnen damit zugleich eine kleine Aufgabe für den Alltag: sich bewusst Zeit zu nehmen, um für das eigene Leben dankbar zu sein. Nach dem „Te Deum“ sangen alle zusammen das Lied „Großer Gott wir loben Dich“, dass von Karl Fries an der Orgel begleitet wurde.
